FACHBEGRIFFE
Corporate Benefits Glossar
15 zentrale Fachbegriffe zu bKV, bAV, Gruppenunfall und Arbeitsrecht — sachlich definiert, mit Kontext, Beispielen und Quellen.
Betriebliche Krankenversicherung
Betriebliche Krankenversicherung (bKV)
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine vom Arbeitgeber finanzierte Kollektiv-Zusatzversicherung fuer Mitarbeitende — ergaenzt gesetzliche oder private Krankenversicherung um Bausteine wie Zahnersatz, Vorsorge, Sehhilfen, Chefarztbehandlung.
Definition
Kollektiv-Rahmenvertrag
Ein Kollektiv-Rahmenvertrag ist ein Gruppen-Versicherungsvertrag zwischen einem Versicherer und einem Arbeitgeber, der einen Rahmen fuer die Aufnahme aller Mitarbeitenden zu vergünstigten Konditionen und ohne individuelle Gesundheitspruefung ermoeglicht.
Definition
Portabilitaet (bKV)
Portabilitaet bezeichnet die Moeglichkeit, einen Kollektiv-bKV-Vertrag nach Ausscheiden aus dem Unternehmen privat weiterzufuehren — ohne neue Gesundheitspruefung. Antragsfrist typischerweise 2 Monate nach Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses.
Definition
Wartezeit (bKV)
Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem bestimmte bKV-Leistungen (v.a. Zahnersatz, stationaere Behandlung) noch nicht erstattet werden. Standard 3-8 Monate. Prophylaxe und Unfaelle sind meist ab Tag 1 gedeckt.
Definition
Betriebliche Altersvorsorge
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist ein arbeitgeberfinanzierter oder entgeltumgewandelter Vorsorge-Baustein zur Alters- und Hinterbliebenen-Absicherung. Anbieterpflicht seit 2002 (§ 1a BetrAVG), Arbeitgeber-Pflichtzuschuss 15% seit 2022.
Definition
Entgeltumwandlung
Entgeltumwandlung bezeichnet die Umwandlung eines Teils des Brutto-Arbeitsentgelts in Beitraege zur bAV. Der Mitarbeitende erhaelt gesetzlichen Anspruch (§ 1a BetrAVG) — bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze SV-frei, bis zu 8% steuerfrei.
Definition
Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG)
Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) sichert unverfallbare bAV-Anwartschaften bei Insolvenz des Arbeitgebers ab. Alle bAV-Durchfuehrungswege ausser reine Kapital-Lebensversicherungen sind PSV-versichert. Beitrag zahlt der Arbeitgeber.
Definition
Chemie-Tarifvertrag bAV
Die Chemie-Tarifvertrag bAV ist ein tariflich verankertes bAV-Modell fuer Beschaeftigte in der chemischen Industrie mit drei arbeitgeberfinanzierten Bausteinen: Grundbetrag 613,55 EUR, Demografiebetrag 841 EUR, Zukunftsbetrag 23% eines Monatsentgelts.
Definition
Tarifförderung II (Chemie)
Die Tarifförderung II ist ein Zuschuss von 13 EUR je 100 EUR Entgeltumwandlung im Chemie-Tarifvertrag. Ergaenzt den gesetzlichen 15%-Pflichtzuschuss und macht die Chemie-Entgeltumwandlung ueber 28% AG-Foerderung besonders attraktiv.
Definition
Durchführungsweg (bAV)
Ein Durchfuehrungsweg ist die konkrete Umsetzungsform einer betrieblichen Altersvorsorge. Fuenf Durchfuehrungswege stehen zur Wahl: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstuetzungskasse und Direktzusage. Jeder hat eigene Rechts-, Bilanz- und Steuer-Charakteristika.
Definition
Direktversicherung
Die Direktversicherung ist der haeufigste bAV-Durchfuehrungsweg — ein Lebensversicherungs-Vertrag zwischen Arbeitgeber (Versicherungsnehmer) und Versicherer, bei dem der Mitarbeitende Begunstigter ist. Deckt Alters-, Berufsunfaehigkeits- und Hinterbliebenen-Absicherung.
Definition
Gruppenunfall
Gruppenunfallversicherung (GUV)
Die Gruppenunfallversicherung (GUV) ist eine kollektive private Unfallversicherung fuer die Belegschaft eines Unternehmens — deckt Unfaelle 24 Stunden weltweit, beruflich und privat. Standard-Deckung 250.000-500.000 EUR Invaliditaets-Summe mit Progression.
Definition
Progression (Gruppenunfall)
Progression ist eine Klausel in der Gruppenunfall- und Unfallversicherung, die bei hoeheren Invaliditaets-Graden die Auszahlungssumme ueberproportional steigert. Standard 350-500% — bei 100% Invaliditaet werden 3,5-5x der Grundsumme ausgezahlt.
Definition
Invaliditaet (Unfallversicherung)
Invaliditaet in der Unfallversicherung bezeichnet die dauerhafte koerperliche oder geistige Beeintraechtigung nach einem Unfall. Der Grad der Invaliditaet (0-100%) wird nach der sogenannten Gliedertaxe bestimmt und ist Grundlage der Auszahlung.
Definition